Von stabilen Fundamenten

Stabilität ist ein guter Begriff. Für unsere Baubranche bedeutet er mehr als für andere. Schließlich leben wir davon, stabile Bauwerke zu errichten, die ihren Bewohnern und Nutzern Vertrauen geben – Vertrauen in Sicherheit, Stand- und Tragfähigkeit. Dazu gibt es natürlich DIN EN-Normen (1992-1997) und statische Berechnungen, die auf physikalischen Gesetzen beruhen. Es ist selbstverständlich, dass wir diese anwenden und befolgen.

Auch Fundament ist ein guter Begriff. Was nützt ein stabiler Baukörper, wenn er nicht auf sicherem Untergrund verankert ist? Wie jeder Baum festes Wurzelwerk ausbildet, so setzen wir unter jedes Haus ein festes Fundament, damit die Stabilität erst ermöglicht wird.

„Wohnungsbau bricht ein“

Dies ist zweifellos keine gute Nachricht. Sie bezieht sich auf die Meldung des Statistischen Bundesamts, dass in Deutschland im Jahr 2025 lediglich 206.500 Wohnungen gebaut wurden – bei einem mindestens doppelt so großen Bedarf. Trotz aller Kenntnisse der Rahmenbedingungen – explodierende Energie- und Rohstoffpreise, Fachkräftemangel, Sanierungsstau, viel zu lange Genehmigungszeiträume etc. – lesen wir wenig über Gegenmaßnahmen, um den Markt zu stabilisieren.

Ja, da ist er wieder, der Begriff! Stabilität benötigen nicht nur Bauwerke, sondern – und das ist mindestens genauso wichtig – Bauwillige, Bauunternehmen und alle, die in diesem Wirtschaftszweig sonst noch beteiligt sind. Und nicht zuletzt junge Menschen, die sich gerade für eine Ausbildung entscheiden müssen!

Denn was ist eine Ausbildung sonst, wenn nicht ein Fundament für den weiteren Lebensweg – für Familiengründung und eine Heimat in den eigenen vier Wänden?

Das ständige Hin und Her im chaotischen Weltgeschehen, in dem Vernunft und Friedenswillen einen immer schwereren Stand haben, müssen wir uns leider um unser Zusammenleben sorgen. Gerade im Miteinander – unter Nachbarn, Kollegen, im Verhalten gegenüber „Anderen“ – benötigen wir sie dringend: Stabilität!

Geht uns diese verloren, brechen uns damit die Fundamente weg. Um dies zu verhindern, ist nun wirklich jeder gefragt! Oder nicht?

 

Foto: Freigelegtes Fundament aus Ziegelmauerwerk (Dom-Hotel, Köln); Bild von © Raimond Spekking, CC BY-SA 4.0

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