Unsere Heimatgemeinde Diespeck – Teil 2

Nachdem wir Ihnen im letzten Beitrag unseren Heimatort kurz vorgestellt haben, wie er Ihnen heute begegnet, möchten wir Ihnen in diesem Artikel etwas über die Geschichte Diespecks erzählen, damit Sie Ort und Region auch in dieser Hinsicht besser einordnen können.

Die früheste Erwähnung dieses Gebietes datiert aus dem 8. Jahrhundert, als unter Karl dem Großen aus Norddeutschland deportierte Angehörige sächsischer Volksstämme in den heutigen südöstlichen Diespecker Ortsteilen Ober- und Untersachsen angesiedelt worden waren. Auch der Sachsenbach, der direkt an unserem Firmensitz vorbeifließt und westlich vom Ortskern in die Aisch mündet, erinnert an diesen Teil unserer bewegten Geschichte.

Ausgangspunkt für die Bildung einer Siedlung im sumpfigen Aischtal war die alte Handelsstraße zwischen Würzburg und Nürnberg, in manchen Quellen die “Fränkische Rennstraße” genannt. Wo diese das Flüsschen Aisch in drei Furten überqueren konnte, errichteten die damaligen Gebietsherren mit Hilfe von Holzstämmen, Ästen und Büschen einen befestigten Damm durch den morastigen Aischgrund, einen sogenannten Knüppeldamm bzw. eine “Specke”. Da dieser von Westen kommend entlang des Ehebachs führte, der im Norden des Ortskerns in die Aisch fließt, wurde der Damm demnach die Ehspecke genannt. Als nun an den drei Furten sowohl ein Rittergutshof mit Wasserschloss, eine Burg und weitere Häuser entstanden, wurde diese neue Siedlung schließlich zu Dihespecke und später zu Diespeck. Die erste Urkunde mit der Bezeichnung Dihespecke datiert aus dem Jahr 1170, als das Gebiet im Herzogtum Franken lag.

Dramatisch leiden musste die Bevölkerung im späten Mittelalter, als der Ort den Markgrafen von Brandenburg-Ansbach-Kulmbach und damit den Hohenzollern unterstand. Während der Markgrafen- und Bauernkriege wurde das damals vorhandene Schloss niedergebrannt. Auch von der wahrscheinlich durch die Henneberger Grafen an der höchsten Stelle erbaute Burg sind nur noch Fundamente und Relikte vorhanden, die im 15 Jahrhundert in den Bau der am gleichen Ort errichteten Kirche eingefügt wurden. Als schließlich im 17. Jahrhundert der Dreißigjährige Krieg samt Pest, weiteren Krankheiten und Hungersnöten die Bevölkerung fast gänzlich dahingerafft hatte, drohte Diespeck von der Landkarte zu verschwinden. Nach Ende des Krieges kehrten sieben Familien zurück, um unseren Ort wiederzubeleben. Zum Glück stießen protestantische Glaubensflüchtlinge aus dem Salzburger Land und vertriebene Juden aus Nürnberg hinzu und sorgten für neuen Aufschwung. Die jüdische Gemeinde hielt sich bis zur Judenverfolgung im 19. und 20. Jahrhundert. Übrig geblieben ist ein jüdischer Friedhof östlich von Diespeck mit 327 Grabsteinen.

Die heutige Johanneskirche stammt aus dem 18. Jahrhundert, der Turm blieb vom Vorgängerbau erhalten. Dieser war von einer spätmittelalterlichen Befestigungsanlage mit Wehrtürmen an den Ecken umgeben. Ein Teil dieser spätmittelalterlichen Anlage samt einem Rundturm ist noch erhalten.

Im Jahr 1792 kam Diespeck mit dem Fürstentum Ansbach-Bayreuth, das seit 1500 im Fränkischen Reichskreis lag, zum Königreich Preußen. 1806 wurde es im Zuge der napoleonischen Gebietsreform bayerisch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg, den Diespeck ohne größeren Schaden überstand, bereicherten erneut Flüchtlinge unseren Ort und unsere Wirtschaft. Vertriebene aus Schlesien und dem Sudetenland eröffneten Textilhandwerksbetriebe und brachten den Musikinstrumentenbau an die Aisch. Seitdem entwickelte sich Diespeck zu einem lebendigen und weltoffenen Wohn- und Arbeitsort für Familien. Seit 1994 pflegen wir auch den Austausch mit unserer Partnergemeinde Eymoutiers in Frankreich.

Wir von Schrödl-Bau fühlen uns jedenfalls wohl hier und freuen uns, wenn auch Sie unser Gemeindeleben bereichern möchten.

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